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Sternfahrt



Am Sonntag, dem 4. Juni, war Sternfahrt. Wir fahren mit der S-Bahn nach Erkner und steigen dort auf unserer Fahrräder und fahren in einer stetig wachsenden Gruppe bis ins Zentrum Berlins. Einige Teilnehmer erzählen, wie sie schon die ganze Nacht gefahren sind – es gibt Gruppen, die von Städten wie Leipzig oder Hamburg bis nach Berlin fahren. Manchmal wird bis zu den im Zeitplan vorgesehenen Startzeiten gewartet, manchmal, wahrscheinlich dort, wo Gruppen sich vereinigen, kommt es zu Staus, bei denen vor und hinter uns nur Radfahrer dicht auf den Straßen stehen. Unter den Teilnehmern ist die Laune bestens. Es kommen durchaus auch ermutigende Signale von einigen wartenden Autofahrern. Andere sind aggressiv, brechen einmal ohne Rücksicht auf unsere Gefährdung mit ihren mehrtonnigen Blech durch den Tross der Fahrräder. Wir hören, dass es ca. 50.000 Radfahrer waren, die hier für sichere Radwegenetze demonstriert haben.

Heute hat unsere seit April amtierende Verkehrssenatorin Manja Schreiner den ohnehin unzureichenden Ausbau des Radwegenetzes beinahe vollständig gestoppt – alle Projekte, in denen Fahrspuren des Autoverkehrs eingeschränkt werden, Parkplätze (auch einzelne) wegfallen oder eine Begrenzung der Fahrgeschwindigkeit auf 30 km/h vorgesehen ist, sind ‘vorläufig ausgesetzt’. Damit bekennt sie sich klar zur Dominanz des Autoverkehrs auf Kosten von Radfahrern und Fußgängern, wie ihre Partei, die CDU, es im Wahlkampf angekündigt hat. Dass dies mit ‘Verkehrspolitik für alle’ und ‘miteinander’ etikettiert wird, ist schamlos. 2022 starben in Berlin je nach Quelle min, 10 Radfahrer durch den motorisierten Verkehr. Genau die Maßnahmen, die Frau Schreiner jetzt offenbar zum Anlass für ihren Stopp zugunsten des Motorverkehrs sieht, sollen viele Orte, an denen Radfahrer getötet werden, sicherer machen.

Sunday, 4 June was Sternfahrt. We take the S-Bahn to Erkner and get on our bikes there and ride in a steadily growing group all the way to the centre of Berlin. Some participants tell how they have already ridden all night – there are groups that ride from cities like Leipzig or Hamburg all the way to Berlin. Sometimes there is a wait until the start times scheduled in the timetable, sometimes, probably where groups merge, there are traffic jams with only cyclists packed in front and behind. The mood among the participants is excellent. There are also encouraging signals from some waiting motorists. Others are aggressive, at one point breaking through the throng of bicycles with their multi-tonne sheet metal without any consideration for our endangerment. We hear that there were about 50,000 cyclists who demonstrated here for safe cycle paths.

Today, our transport senator Manja Schreiner, who has been in office since April, has almost completely stopped the already insufficient expansion of the cycle path network – all projects in which lanes of car traffic are restricted, parking spaces (even individual ones) are eliminated or a limitation of driving speed to 30 km/h is planned are ‘temporarily suspended’. This is a clear commitment to the dominance of car traffic at the expense of cyclists and pedestrians, as her party, the CDU, has announced. That this is labelled ‘transport policy for all’ and ‘together’ is shameless. In 2022, depending on the source, min, 10 cyclists died due to motorised traffic in Berlin. The very measures that Ms Schreiner now apparently sees as the reason for her stop in favour of motorised traffic are supposed to make many places where cyclists are killed safer.

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