Westhafen

Am Westhafen zweigt der Westhafenkanal ab, der Berlin-Spandauer Schiffahrtskanal läuft weiter, unter der ‚Nördlichen Seestraßen Brücke‘ durch, nord-östlich Richtung Spandau. Unter der zweiteiligen Brücke – ein Teil Stahlfachwerkbögen, der andere Stahlbeton – ist viel Platz am Ufer, ein halboffizieller Pfad geht drunterher. Jogger und Spaziergänger laufen vorbei. Am Westhafenufer ist ein Betonwerk, unter Förderbändern zur Entladung der Schiffe sieht man weiße Rücken ordentlich aufgereihter Mischlaster.

At the Westhafen the Westhafenkanal branches off, the Berlin-Spandauer Schiffahrtskanal continues under the ‚Nördliche Seestraßen Brücke‘, north-east towards Spandau. Below the two-part bridge – one part steel framework arches, the other reinforced concrete – there is a lot of space on the shore, a semi-official path goes underneath. Joggers and walkers pass by. There is a concrete factory on the oposite bank, under conveyor belts for unloading the ships you can see white ridges of neatly lined ready-mix-concrete lorries.

An der Beusselstraße kann man, neben der Ausfahrt vom Großmarkt die Böschung zum Westhafen runterlaufen. Ich schaue in das gegenüberliegende Hafenbecken, backsteinerne Speicher, lindgrüne Ladekräne, Container und Schrott.
Die Leute auf der ‘Rita’ arbeiten erst ein bisschen und haben dann auch Sonntag. Drei Männer und eine Frau. Ihre Gespräche schallen deutlich herüber, sie reden polnisch.
Hier am Ufer ist ein wenig Holz und Sperrmüll zu einer Sitzgruppe zusammengeschoben. Am Zaun zum Hafengelände steht ein blaues Zelt, das hustet hin und wieder.

At Beusselstraße you can walk down the embankment to the Westhafen next to the exit of the ‚Großmarkt‘. I look into the opposite harbour basin, brick storehouses, lime green loading cranes, containers and scrap metal.
The people on the ‚Rita‘ first work a bit and then have Sunday. Three men and a woman. Their conversations echo clearlyover the waters, they speak Polish.
Here on the shore a little wood and bulky waste has been pushed together to form a seating group. At the fence to the harbour there is a blue tent, which coughs now and then.

Spandavia

Das Schubschiff ‚Spandavia‘ ist mit einer mit Spundwandteilen beladenen Barge verzurrt, dahinter ein Ponton mit Kran und einer Schaufel und kleinere Bargen mit Aushub.

Zwischen Autobahn und Ufer kommen ab und zu Jogger vorbei. Auf dem Westhafenkanal passieren Ausflugsschiffe, eines mit einer Festgesellschaft und frierend rauchenden Krawattenträgern an Deck.

Ein paar Achter mit laut rufenden Steuerleuten werden von in den unterschiedlichen Farben der Boote gekeideten Mannschaften hin und her gerudert, begleitet von DLRG-Booten.

The push boat ‚Spandavia‘ is lashed with a barge, that is loaded with sheet pile wall parts. Behind it is a pontoon with crane and a shovel and smaller barges with excavation.

Joggers occasionally pass between the motorway and the bank. On the Westhafen canal, excursion ships pass by, one with a party party and freezing smoking tietails on deck.

A few eights with loudly calling helmsmen are rowed back and forth by crews dressed in the different colours of the boats, accompanied by DLRG boats.

 

Neukoellner Schifffahrtskanal

Dienstagabend steige ich an der Grenzallee aus der U7 und laufe nach meiner Karten-App ans Wasser, zum Hafen Britz Ost. Am Ufer ist überall Gewerbe, eingezäunt. An dessen Abzweig vom Teltowkanal führt eine Fußgängerbrücke über den Neukoellner Schifffahrtskanal, ein Weg geht zwischen Autobahn und Ufer nach Norden.

Die Autobahn überquert den Kanal, unter den Betonbrücken wächst Schilf, die Laternen an den Fahrbahnen leuchten gelb bis nach unten ans Wasser.

Tuesday evening I get off the U7 at Grenzallee and walk to the water, to Britz Ost harbour. There is commerce everywhere on the waterside, fenced in. At its branch from the Teltowkanal a pedestrian bridge leads over the Neukoellner Schifffahrtskanal, a way goes between motorway and shore to the north.

The motorway crosses the canal, reeds grow under the concrete bridges, the lanterns on the lanes shine yellow light down to the water.

Donnertags komme ich wieder hier her. Neben der Brücke der Grenzallee über den Kanal führt eine Treppe runter zum Wasser. Ich klettere über ein Bündel blauer Rohre, die auf einem stillgelegten Gleisbett liegen.

Vom Ufer schaue ich in das Becken des Oberhafens, am anderen Ufer ist ein Recyclingwerk.
Ein Sportboot kommt den Kanal lang und fährt nach rechts, zur Schleuse. Es dreht eine Runde und fährt ungeschleust zurück.

Ein paar Jungs mit Angelruten kommen die Treppe runter. Einer fängt einen kleinen Weißfisch, den er zurück ins Wasser wirft. Nach ca 45 min gehen sie und ich bin wieder alleine mit den Tauben.

On Thursday I come back here. Beside the bridge of the Grenzallee over the canal a stairway leads down to the water. I climb over a bundle of blue pipes lying on a disused track bed.

From the waterside I look into the basin of the Oberhafen, on the other shore there is a recycling plant.
A sport boat comes along the canal and drives to the right, to the lock. It makes a lap and drives back unlocked.

Some guys with fishing rods come down the stairs. One catches a small whitefish and throws it back into the water. After about 45 minutes they leave and I am alone with the pigeons again.

 

Zuoz

Am vorletzten Septemberwochenende war in Zuoz das 1. Symposium der Schweizer Urban Sketcher.

Nach der Ankunft im ‚Lyceum Alpinum‘, gehe ich runter zum Dorplatz, wo an den Tischen der ‚Cruchetta‘ weitere Zeichner auftauchen

Am Abend in dem selben Lokal drinnen. Die Stube ist, wie soweit ich verstanden habe für Räume mit Ausschank ortstypisch, ganz mit Arven-Holz ausgekleidet. Zeichner sitzen zusammen und zeichnen einander. Sogar mitreisende Angehörige greifen beherzt zum Stift.

Samstag tagsüber zwei Workshops und erst am Abend komme ich von der Terrasse des ‚Castell‘ selbst zum Zeichnen, den ‚Piz Mezzaun‘ auf der gegenüber liegenden Talseite.

Im Dorf – bevor man den schönen Hauptplatz erreicht zweigt bergauf die ‚Via Ritscha‘, an der Abzweigung als kleiner Platz mit Brunnen, bergauf begrenzt von der ‚Chesa Poult‘ und seitlich von der ‚Garascha Botta‘ einer Autowerkstatt mit Tankstelle.

Am Sonnntag mittag ist das Symposium zuende und wir müssen Abreisen. Es war total schön, Dank für Organisation und Einladung an André, Heidi, Mario und Alle, die mitgetan haben und das Lyceum für die tolle Unterbringung.

Vaalser Berg

Von der Landstraße von Gemmenich nach Vaals zweigt genau auf der Belgisch-Niederländischen Grenze ein Weg den Berg hoch, Richtung Dreiländerpunkt ab. Ich laufe im Regen durch einen dampfenden Wald und setze mich zum Schauen auf einen umgestürzten Baumstamm. Die Blätter der Eichen und Buchen fangen die Regentropfen über meinem Kopf ab, bis immer mal wieder eine Windböe das gesammelte Wasser auf meinen Kopf und mein Skizzenbuch niederprasseln läßt.

Zurück zur Landstrasse sieht man vom Weg am Waldrand über Süd-Limburg und rechts fast nach Aachen.

Cruise in

Der ‚American Diner‘ ‚Cruise in‘ hat sich, wie ich der Fahrradständerbeschriftung entnehme, bereits 1996 in einem runden Pavillion auf einem Parkplatz in einem Gewerbegebiet in Spandau eingenistet. Ich brauche eine Pause und speise daher ‚American‘, also Heineken und dänisches Hot Dog. Leute kommen, parken ihr Motorrad (BMW BJ 1956, 500 cubic, entnehme ich Gesprächen) standesgemäß direkt vor dem Laden. Aus den Außenlautsprechern kommen – leider schwer verständliche –  Rock’n Roll-Geräusche, die ich auch noch unleserlich transskribiert habe. Letzterem kann ich abhelfen:

‚düt mesh düt mesh dütdüt mesh I’am only dancing düt mesh I got the düt düt answer mesh mesh Don’t düt let me [….] I’m only dancing dosh mesh dosh mash you turn me on but when your […] you. I’am only düt düt düdü düt dödödöd dü dödödödö tü mäsch!‘

The ‚American Diner‘ ‚Cruise in‘,  has settled in a round pavilion on a parking lot in an industrial estate in Berlin-Spandau already in 1996, as I can see from the bike rack inscription. I need a break and eat ‚American‘, Heineken and Danish Hot Dog. People come, park their motorbikes (BMW 1956, 500 cubic, I take conversations) directly in front of the shop. From the outside loudspeakers come – unfortunately hard to understand – Rock’n Roll noises, which I also transscribed illegibly. I can help the latter:

‚dut mesh dut mesh dutdut mesh I’am only dancing dut mesh I got the dut dut answer mesh mesh Don’t dut let me [….] I’m only dancing dosh mesh dosh mash you turn me on but when your […] you. I’am only dut dut dudu dut dododod du dodododo tu mash!‘

 

Gotzkowskistrasse

Vor dem Spätkauf stehen 3 Biertische auf dem Bürgersteig. Donnerstag ist spätabends noch jede Menge los. Eine stattliche Frau in weitem Hemd thront in einem Plastikstuhl und unterhält sich mit einer jungen Frau in engem Kostüm. Zwei weitere Frauen, eine mit Rollator, kommen den Bürgersteig runter und bleiben stehen. Gesprächsthemen sind erst Getränke und deren Vorteile und dann Männer und deren Nachteile.

In front of the ‚Spätkauf‘ are 3 beer tables on the sidewalk. Thursday evening it is still busy. A large woman in a wide shirt is enthroned in a plastic chair and talks to a young woman in a tight costume. Two more women, one with a rollator, come down the sidewalk and stop. The topics of conversation are first drinks and their advantages and then men and their downsides.

Děčín

Im Park des Děčíner Schlosses stehen unter einem Brückenbogen ein kleiner Trecker und ein Rasenmäher. Ich zeichne und als ich gerade fertig bin erscheint eine Dame in schicker Uniform und Sonnenbrille und inspiziert etwas irritiert mein Tuen. Sie weiß nicht recht, was sie von meinem offenbar wirren Verhalten denken soll – hinter mir ist ein Schloss und ich zeichne einen Trecker – so dass mir ein wenig Zeit bleibt, meinen Kram zu packen, bevor sie mich, langsam entschlossener werdend, weg weißt. Offenbar darf man hier eigentlich keine Trecker zeichnen.

In the park of the Děčíner castle there is a small tractor and a lawn mower under a bridge arch. I draw and just as I am finished a lady in a chic uniform and sunglasses appears and inspects my doing a little irritated. She doesn’t really know what to think of my apparently confused behaviour – behind me is castle and I draw a tractor – so I have a little time to pack my stuff before she sends me away, slowly becoming more determined. Obviously you must not draw tractors here.

Die Schifffahrt auf der Elbe ist eingestellt. Am Dock liegt der Hinterradmotorschlepper ‚Beskydy‘. Organisiert vom örtlichen Museum kann man ihn besichtigen. Nachdem wir uns – bestärkt durch den freundlichen Rates eines Anwohners – durch die mit Schranken versehene Einfahrt des Dockgeländes getraut haben kaufen wir unter einem Sonnenschirm an der Kaimauer Eintrittskarten und steigen die Treppe hinunter zum Schiff. In dem Arbeits- und Schlafraum des Kapitäns hängen historische Fotos und eine Dame erklärt in ihrem nur angeblich eingerosteten Deutsch alles. Über dem Schreibtisch gibt es ein großes Portraitfoto von Antonín Zápotocký, der zur Erbauungszeit 1956 tschecheslovakischer Staatspräsident war, in der Holzvertäfelung – mittlerweile Cremeweiß lackiert – sind Klappen, durch die die Antriebswelle gewartet werden kann. Am vorderen Ende der Welle, in einem in der oberen Hälfte verglasten Maschinenraum, erklärt der Betreiber in Badehose und Hemd einem anderen Besucher den großen 12-Zylinder-Motor. Hinten treibt die Welle ein breites Schaufelrad an. Wohl auch wegen dieses Antriebes hat das Schiff nur 90 cm Tiefgang. Es könnte also, so die Dame in der Kajüte, trotz Niedrigwasser eigentlich fahren. Bei normalem Wasserstand schleppt es immer noch Bargen mit Kohlen oder Baumaterial von und bis Magdeburg.

Navigation on the Elbe has been discontinued. At the dock is the rear wheel motor tug ‚Beskydy‘. It can be visited, organised by the local museum. After we have dared – encouraged by the friendly advice of a resident – to go through the barriered entrance of the dock area we buy tickets under a parasol at the quay wall and climb down the stairs to the ship. In the captain’s working and sleeping room there are historical photos and a lady explains everything. Above the desk there is a large portrait photo of Antonín Zápotocký, who was Czech President at the time of the ships construction in 1956. The wooden panelling – now painted cream white – has flaps through which the drive shaft can be serviced. At the front end of the shaft, in an engine room glazed in the upper half, the operator, wearing swimming trunks and shirt, explains, the large 12-cylinder engine to another visitor. At the rear, the shaft drives a wide paddle wheel. Probably also because of this drive, the ship has a draught of only 90 cm. So, according to the lady in the cabin, it could actually sail despite the low water level. At normal water levels it still pulls barges of coal or building material from and to Magdeburg.

Im Zoo von Děčín gib es einen Kamtschatkabären. Er ist ziemlich groß – wahrscheinlich um das zu demonstrieren richtet er sich zwischendurch auf die Hinterbeine auf. Ansonsten wirkt er recht sympathisch. Zum Spielen hat er einen schönen alten Autoreifen in seinem Gehege.

In the zoo of Děčín there is a Kamchatka bear. It’s quite big – probably to demonstrate this it stands up on its hind legs in between. Otherwise he looks quite likeable. For playing he has a nice old car tire in his enclosure.

 

 

Kamnitz

Wir laufen von Vysoká Lípa die Kamenice (Kamnitz) bis zur Mündung in die Elbe in Hřensko hinunter. An zwei Abschnitten – der wilden Klamm und der Edmundsklamm – steigen wir in (gut mit Mitwanderern gefüllten) Boote, die von gutgelaunten Bootsführern durch die beeindruckenden Schluchten gestakt wurden. Kurz vor Hřensko finden wir eine Stelle, an der man sich ungestört an den Fluss hocken und ins Wasser schauen kann.