rolf schröter |

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bilder und worte von orten
pictures and words from places


  • Wicken | Pfingstrosen, Rittersporn

    Wicken und Wein (El Cartuxa aus dem Alentejo) | Vetches and Wine (El Cartuxa from Alentejo)

    Verblühende Pfingstrosen und Wicken | Fading Peonies and delphiniums

    Die Blumen sind beim Weinkauf erhaltene Geschenke des Wein- und Blumenhändlers meines Vertrauens, Amelia in der Knobelsdorffstraße in Charlottenburg. | The flowers are gifts received when buying wine from my favourite wine and flower shop, Amelia in Knobelsdorffstraße in Berlin-Charlottenburg.


  • Residenzstraße

    Sonntag nachmittags sitze ich auf dem Mittelstreifen der Residenzstraße. Gegenüber ist die Cafe Bar 54. Zuerst kommt der Besitzer des Motorrads davor rüber und guckt. Natürlich will er wissen, warum ich sein Motorrad zeichne – mit meinen notgedrungen vagen Erklärungen ist er zufrieden, er habe Zeit, ich soll winken, wenn ich seine Honda fertig gemalt habe. Als ich das mache, setzt er sein Auto auf den Platz der Honda, bevor er mit der wegfährt. Vorher hat er erklärt, dass die eigentlich immer da stehe, jetzt weiss ich, wir er das hinkriegt.
    Irgendwann kommt auch der Wirt gucken, verschwindet aber schnell wieder.
    Neben dem ‘Cafe’ ist noch das ‘Cafe am Park’ und die ‘Melodi Bar’. Durch einen Durchgang auf der anderen Straßenseite erreicht man tatsächlich den Park am Schäfersee, von dem man hier an der vierspurigen Straße aber nichts spürt. Zumindest sind die drei Läden abends auf der Sonnenseite.
    Jetzt sitze ich vor der Bar 54. Drinnen sind Spielautomaten und eine große Yuka-Palme. Draussen Plexiglasscheiben mit floralem Muster auf den Tischen.

    On sunday afternoon I’m sitting on the central strip of Residenzstraße. Opposite is Cafe Bar 54, and the owner of the motorbike in front of it comes over to have a look. Of course he wants to know why I’m drawing his motorbike – he’s satisfied with my necessarily vague explanations, he has time, I should wave when I’ve finished drawing his Honda. As I do so, he parks his car in the Honda’s spot before driving off with it. He had previously explained that it was always there, but now I know how he manages it.
    At some point, the landlord comes over to have a look, but quickly disappears again.
    Next to the ‘Cafe’ is the ‘Cafe am Park’ and the ‘Melodi Bar’. Through a passageway on the other side of the road, you can actually reach the park by the Schäfersee, but you can’t feel anything of it here on the four-lane road. At least the three places are on the sunny side in the evening.
    Now I’m sitting in front of Bar 54, inside there are slot machines and a large yuka palm tree. Plexiglass panes with a floral pattern on the tables outside.


  • Osloer Flohmarkt

    [English below]
    Der ‘Osloer Flohmarkt’ ist heute das letzte mal in der Markstr. 44. Auf einem Schild am Zaun werden neue Standorte bekanntgegeben. Den Namen scheint er auch zu diesem unbefestigten Parkplatz mitgenommen zu haben, die Osloer Straße verläuft einen knappen Kilometer südlich.
    Im Internet finde ich den Namen nicht, zu den ‘10 schönsten Flohmäkten Berlins’ scheint er nicht gezählt zu werden. In der prallen Sonne wird Hausrat, Werkzeug und vor allem Kleidung angeboten.
    Ich beginne meine Zeichnung mit einem Kinderwagen hinter einem Kleidungstisch. Der bärtige Mann in der Mitte begutachtet den erst alleine, holt dann seine Familie und zieht nach kurzer Preisverhandlung mit dem Wagen ab.
    Der Stand erstreckt sich bis in die an dieser Seite offenen alten Garagen. Meist weibliche Kunden suchen und finden Kleidung. Die Frau im karierten Hemd scheint mehrere Stände im Auge zu haben, lässt alle in Ruhe wühlen und erscheint zuverlässig immer dann, wenn es etwas zu kassieren gibt.
    Überhaupt geben sich die Betreiber immer nur zu erkennen, wenn was zu regeln ist, Kaufabwicklungen oder wenn unbefugt Abfall auf einer kleinen Halde hinten am Parkplatz abgeladen wird. An mir gehen sie ab und zu dicht vorbei und schauen im Vorbeigehen auf mein Gepinsel, offenbar kein Handlungsbedarf, ich werde von niemandem angesprochen.
    Preise sind meist einstellig, zum Schluss um 14:00 ‘jedes Teil ein Euro, egal was’. Leider nichts passendes nach meinem Geschmack dabei. Ich verlasse den Platz, als Lieferwagen reingefahren und Waren in Bananenkisten verpackt werden.

    The ‘Osloer Flohmarkt’ is at Markstr. 44 for the last time today. A sign on the fence announces new locations. It seems to have taken the name with it to this unpaved car park, Osloer Straße runs just under a kilometre to the south.
    I can’t find the name on the internet and it doesn’t seem to be one of the ’10 most beautiful flea markets in Berlin’. In the blazing sun, household goods, tools and, above all, clothes are on sale.
    I first draw a pram behind a clothing table, the bearded man in the centre first examines it alone, then fetches his family and leaves with the pram after a short price negotiation.
    The stall extends into the old garages open on this side. Mostly female customers are looking for and finding clothes. The woman in the chequered shirt seems to keep an eye on several stalls, lets everyone rummage around in peace and reliably appears whenever there is something to collect.
    In general, the operators only ever make themselves known when something needs to be sorted out, purchase transactions or when unauthorised waste is dumped on a small heap at the back of the car park. From time to time they pass me closely and look at my scrawl, obviously no need for action, I am not approached by anyone.
    Prices are usually in single figures, at the end at 14:00 ‘every item is one euro, no matter what’. Unfortunately, nothing to my taste and size. I leave the car park as delivery vans drive in and goods are packed into banana crates.


  • Kurkuma Blume

    Turmeric flower.

    Heute Abend habe ich von unserer Wein und Blumen-Händlerin zum Vinho Verde eine Kurkuma Blume bekommen. Von dieser Planze kannte ich bisher nur die Wurzeln.
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    Tonight I got a turmeric flower from the wine and flowers shop to go with my Vinho Verde. Until now, I only knew the roots of this plant.


  • Apfelblüten

    Ein paar Kilometer von Belzig im Fläming stehen am Rand eines Weges zwischen Feldern Apfelbäume. Dieser ist schief, ein großer Ast in Bodennähe ist mit Moos und Flechten bewachsen. Einige Zweige daran sind ebenfalls bewachsen, oder die Rinde ist weg und das bleiche Holz sichtbar. Andere Zweige sind glatt und tragen Blätter, große weiße Blüten und kleine rote Knospen.
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    A few kilometres from Belzig in Fläming, there are apple trees on the edge of a path between fields. This one is leaning, a large branch near the ground is overgrown with moss and lichen. Some of the branches are also overgrown, or the bark is gone and the pale wood is visible. Other branches are smooth and bear leaves, large white blossoms and small red buds.


  • Neuköllner Brücke

    [English below]
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    Ich schaue von der Neuköllnischen Brücke Richtung Norden, auf den Kanal. Etwas westlich der Brücke queren Bahngleise die Lahnstraße und führen zu einer Trasse am Kanal, unter der Eisenbahnbrücke hindurch. Am Westufer ist ein Reisemobilhändler, am Ostufer ein Transportbetonwerk. Das wird gut zu tuen haben, der nahe vorbeiführende 16te Bauabschnitt der A100 ist zwar fertig betoniert, aber der immer noch wachsende Estrel Tower ist ebenfalls aus Beton.
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    I am looking northwards from the Neukölln Bridge towards the canal. A little to the west of the bridge, railway tracks cross Lahnstraße and lead to a route along the canal, under the railway bridge. There is a motorhome dealer on the west bank and a ready-mix concrete plant on the east bank. The 16th section of the A100 motorway passing nearby has been concreted, but the Estrel Tower, which is still growing, is also made of concrete.


  • Schwertlilien

    Bei Amelia gibt es Wein und Blumen. Wir wohnen gegenüber und ich kaufe kurz vor Ladenschluss Wein. Ich bekomme Schwertlilien geschenkt – die Blüten sind weit geöffnet, morgen sind die nicht mehr gut aber jetzt sind sie besonders schön. Heute Abend trinke ich Wein und male Blumen.
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    There is wine and flowers at Amelia. We live opposite and I buy some wine just before closing time. I get irises as a present – the flowers are wide open, they won’t be good tomorrow but they’re especially beautiful now. Tonight I’m drinking wine and painting flowers.


  • Die neue Wartehalle des ZOB

    Das neue Reisezentrum des Zentralen Omnibusbahnhof Berlin ist geöffnet. Es sind noch nicht alle Läden bezogen, aber im Wesentlichen scheint der langjährige Umbau des ZOB abgeschlossen.
    Es gibt neben Ticketverkaufsstellen Gastronomie und Kiosk, im OG sind Räume für mehr davon.
    Die Reisenden kulminieren an den eleganten hölzernen Sitzmöbeln. Davon gibt es einige, aber der Fokus des Raumes liegt nicht in dem Maße auf den reinen Aufenthalt, wie es in der dicht bebankten alten Halle (und auch der lange betriebenen provisorischen Container-Halle) der Fall war.
    Auf der Sitzinsel vor mir warten Familien (ein bis zwei). An der Betonsäule lehnen Koffer und Taschen und bilden einen kleinen Turm. Andere Reisende hantieren mit Laptops, einer öffnet verstohlen eine Flasche Bier, eine Frau legt sich hin. Ein Typ mit Trolley mit Putzwerkzeug leert die Mülleimer.
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    The new travel centre of the Berlin Central Bus Station is open. Not all the shops have been moved into yet, but the many years of remodelling of the ZOB appear to be essentially complete.
    In addition to ticket sales outlets, there is gastronomy and kiosks, with rooms for more on the upper floor.
    Travellers are culminating at the elegant wooden seating furniture. There are quite a few of those seats, but the focus of the space is not as much on just being there as it was in the densely banked old hall (and also the temporary container hall that was in operation for a long time).
    Families (one or two) are waiting on the seating island in front of me. Suitcases and bags are leaning against the concrete pillar, forming a small tower. Other travellers are fiddling with laptops, someone furtively opens a bottle of beer, a woman lies down. A guy with a trolley with cleaning equipment empties the rubbish bins.


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